Hamburg wird zum Mekka der Games-Szene

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Rund um die Alster wird gedaddelt. Aber nicht nur aus Spaß. Über 100 junge Firmen feilen fieberhaft an neuen Ideen und immer aufwendigeren Spiele-Inhalten. Insgesamt verdienen bereits über 1000 Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt mit den schnellen, bunten Bildern. Games sind längst mehr als Spiele - das Geschäft boomt, die Zukunftsaussichten sind rosig. Die hiesigen Entwickler sind den US-Konkurrenten um Jahre voraus.

Stolze 1,3 Mrd. € setzte die Branche für Computer- und Videospiele im vergangenen Jahr in Deutschland um. Das ist ein Plus von 15 % im Vergleich zu 2003. Ein Großteil der Software ist "made in Germany". Und das Epizentrum ist Hamburg. Das Geheimnis dieses lokalen Booms ist der innerstädtische Mix aus Medien- und IT-Unternehmen. Aktuell entwickeln und vermarkten etwa 120 hanseatische Firmen elektronische Spiele. Rund 1000 Arbeitnehmer verdienen nach Schätzungen darin ihren Lebensunterhalt. "Und der Markt hat noch enormes Potenzial", sagt Stefan Klein. "Darum wollen wir die junge Branche gezielt fördern." Klein ist Leiter des Arbeitskreises Games bei Hamburg@work. Diese Initiative bringt die Spieleentwickler mit Finanzierern und potenziellen Abnehmern, etwa aus der Werbewirtschaft, zusammen. Sie lobt außerdem gemeinsam mit der Wirtschaftsbehörde der Stadt den Games Award aus, einen mit 40 000 € dotierten Förderpreis. Am 7. Oktober wird er vergeben. Schnell Entschlossene können noch teilnehmen: Einsendeschluss ist der 25. September.

Zu den herausragenden Playern in der Games-City Hamburg zählt u. a. Inverse Entertainment. Neben eigenen Spielen erstellt die vor fünf Jahren gegründete Firma Portierungen für den wachsenden Konsolenmarkt. Selbst Anwendungen für XBox oder PS2 sind im Angebot. Ebenfalls an der Elbe angesiedelt hat sich Firstfun.TV. Das Unternehmen betreibt eine Internet-Community für Online- und PC-Spiele. Außerdem entwickelt es TV-Spiele für Fernsehsender. Erfolgreich ist auch July Systems. Die Hanseaten bieten Technologien, mit denen Vertreiber von mobilem Content ihre Absätze vervielfachen können - zum Beispiel kann der Verkauf von Handygames durch eine Try-before-buy-Lösung um das Fünffache gesteigert werden. Sogar Rechtsanwälte gehören zur Hamburger Games-Szene. Sie loten für die Entwickler, Autoren und Publisher die rechtlichen Aspekte aus, entwerfen Verträge, helfen Urheber- und Markenrechte durchzusetzen.

"Hot" sind zurzeit vor allem Handyspiele. Ihnen prognostizieren die Marktforscher von Frost & Sullivan 2006 einen weltweiten Umsatz von 5,7 Mrd. $. Das wäre ein Plus von 775 % gegenüber 2002. Auf diesem Feld tummeln sich auch Michael Schade und Christian Lohr. Die beiden haben Ende letzten Jahres Fishlabs gegründet, einen Spezialisten für dreidimensionale Handyspiele. Sie beschäftigen bereits 20 Entwickler und Grafiker. "Wir könnten sofort noch mehr Leute einstellen", sagt Schade. Renn-, Flug- und Weltraumspiele - so etwas verkaufe sich gut. Partner des Duos ist T-Mobile. Fishlabs Spiele sind bei T-Mobile und anderen für 4,99 € herunterladbar. "Wir stellen ständig Leute ein, sind auf Wachstumskurs", sagt auch Christopher Kellner von der dtp entertainment. Die ist mit zehn Jahren ein "Oldtimer", beschäftigt rund 30 Mitarbeiter, setzte zuletzt 15 Mio. € um und ist nach eigenen Angaben die Nummer eins in Deutschland bei Kinder- und Abenteuerspielen. Besonders beliebt seien Spiele rund um Pferde und Gestüte. Spieler: Mädchen zwischen acht und 14 Jahren.


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